Deutlich mehr Junge erkranken an Hautkrebs
 

Bei so vielen Schweizern wie noch nie wurde in den letzten Jahren schwarzer Hautkrebs entdeckt. Die Männer sind besonders gefährdet.

Noch nie sind so viele Personen in der Schweiz an Melanomen erkrankt wie in den letzten Jahren. Allein von 2003 bis 2007 sowie von 2008 bis 2012 hat die mittlere Anzahl jährlicher Neuerkrankungen von 1934 um rund einen Viertel auf 2446 zugenommen, wie die Auswertungen des National Institute for Cancer Epidemiology and Registration (Nicer) an der Uni Zürich zeigen.

«Besorgniserregend ist dabei, dass auch bei jüngeren Personen mehr Melanome auftreten», sagt Nicer-Direktor Rolf Heusser. Zwar sei der Anstieg an Neuerkrankungen bei den über 50-Jährigen besonders hoch. «Aber bereits ab 30 stellen wir eine konstante Zunahme im Vergleich zu den früheren Jahren fest», so Heusser. Das bestätigt der Dermatologe Andreas Arnold vom Unispital Basel. «Das Melanom ist nicht eine Krankheit der alten Leute. Entsprechend haben wir viele Junge, die zu uns kommen.»

Schweizer machen oft Ferien an der Sonne
 

Die Zahlen sind auch im internationalen Vergleich besorgniserregend. In Europa liegt die Schweiz mit 26,1 Neuerkrankungen pro 100'000 Einwohner an der Spitze, vor Norwegen und den Niederlanden. Etwas positiver präsentiert sich die Situation bei der Sterberate. Hier liegt die Schweiz im europäischen Vergleich an vierter Stelle. 

Laut Arnold widerspiegeln diese Zahlen einerseits die häufige Früherkennung von Hautkrebs in der Schweiz. Andererseits seien die Bewohner hierzulande auch mehr Risiken ausgesetzt. «Schweizer haben einen hellen Hauttyp, können oft in südliche Länder in die Ferien reisen und sind auch in den Bergen extremen Sonneneinstrahlungen ausgesetzt», fasst Arnold die möglichen Gründe für die hohen Erkrankungszahlen zusammen.

Männer sterben doppelt so oft an schwarzem Hautkrebs
 

Der Dermatologe ist besorgt über eine weitere Tatsache, die die Zahlen von Nicer unterstreichen: Männer laufen eher Gefahr, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken als Frauen. So wurde 2013 statistisch gesehen bei 26,8 von 100'000 Männern in der Schweiz ein Melanom gefunden. Damit führen die männlichen Bewohner der Schweiz auch im europäischen Vergleich die Rangliste an. 

Die Zahl der neuerkrankten Frauen in der Schweiz ist mit 25,4 pro 100'000 ebenfalls hoch. Doch sie belegen «nur» den dritten Platz hinter den Däninnen und den Niederländerinnen. Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man die Sterberate betrachtet: Liegt diese bei den Männern bei 4,9 Personen pro 100'000 Einwohnern, haben die Frauen nur eine halb so hohe (2,4 Personen). 

«Sich eincremen ist mehr Frauensache»

«Männer sind wohl risikofreudiger im Umgang mit der Sonne», sagt Dermatologe Arnold. Da Melanome vor allem durch eine akute starke Sonnenbelastung ausgelöst würden, gehe man davon aus, dass sich Männer weniger schützen und mehr Sonnenbrände haben. «Sich eincremen ist halt mehr Frauensache. Diese tragen auch meist täglich eine Gesichtscreme auf, die heute standardmässig Sonnenschutz enthält. Männer tun sich damit noch schwer.» 

Doch die doppelt so hohe Sterberate der Männer hänge auch damit zusammen, dass sich Männer mit der gesundheitlichen Vorsorge schwerer tun. Arnold: «Männer gehen nicht so gern zum Arzt.» Im Zusammenhang mit einem Melanom spiele die Zeit aber eine grosse Rolle. «Je früher es entdeckt wird, desto grösser sind die Heilungschancen.»

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